Die Fakten sind klar:
Mit rund 86 % entfällt der Grossteil der Zuwanderung auf Erwerbstätige, Studierende und Familienangehörige, die über die Personenfreizügigkeit oder Drittstaatenkontingente in die Schweiz kommen.

Falsche Aussage von Marcel Dettling
Der SVP-Präsident stellt den Asylbereich fälschlicherweise als einen Haupttreiber für das Bevölkerungswachstum dar, das die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» begrenzen will:
Man könne nicht immer mehr Menschen ins Land lassen, sagt Dettling: «Wir brauchen eine Bremse. Bei 9,5 Millionen Einwohnern muss der Bundesrat Massnahmen ergreifen.» Ansetzen müsse man bei Asylsuchenden, die von der Sozialhilfe leben, Arbeitskräfte hingegen brauche es.
Quelle: Marcel Dettling / Aargauer Zeitung, 08.05.2026
Warum das problematisch ist
Werden Geflüchtete als Haupttreiber des Bevölkerungswachstums und pauschal als Erwerbslose dargestellt, verzerrt dies die tatsächlichen Verhältnisse.
Das hat konkrete Folgen: Politische Forderungen wie die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» richten sich gegen den Asylbereich, obwohl dieser lediglich 2.5 % der ständigen Wohnbevölkerung ausmacht und nur 8 % der Netto-Zuwanderung in den letzten zehn Jahren – mit den Geflüchteten aus der Ukraine beträgt der Anteil 14%. Von den Personen im erwerbsfähigen Alter, die dem Asylbereich zugeordnet werden können, haben zudem mehr als 40% eine Arbeitsstelle. Mit jedem weiteren Jahr des Aufenthalts in der Schweiz steigt die Erwerbsquote.
Fazit
Die Zahlen zeigen ein klares Bild: Mit rund 86 % entfällt der Grossteil der Zuwanderung auf Arbeitsmigration und die Personenfreizügigkeit. Der Asylbereich ist hingegen keiner der zentralen Treiber – das Bevölkerungswachstum lässt sich darüber nicht steuern. Extreme Massnahmen gegen Geflüchtete lösen daher kein Problem. Zudem füllen die meisten Erwerbstätige aus dem Asylbereich mit ihrer Tätigkeit Lücken auf dem Bau, im Tourismus, im Gastgewerbe, im Gesundheitswesen und in der Pflege.
